Rückblick:
Wo alles begann – Der SLNTHR und die Geburt des FRED
Wer heute auf einem FREMO-Treffen die Handregler-Ablagen betrachtet, sieht meist eine Armee von kompakten Geräten mit dem markanten Drehknopf. Doch bevor der Name FRED (FRemos Einfacher Drehregler) zum Kultbegriff wurde, trug die Revolution einen weitaus technischeren Namen: SLNTHR.
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So hat die Loconet-Handreglerzeit im FREMO begonnen. Der SLNTHR.
Foto: Rüdiger Bäcker
Die Geburtsstunde: Vom SLNTHR zum FRED
In den späten 90er Jahren suchte der FREMO (Freundeskreis Europäischer Modellbahner) nach einer günstigen, robusten und vor allem ergonomischen Lösung für die Zugsteuerung via LocoNet. Die damals verfügbaren kommerziellen Handregler waren für den typischen „Ein-Mann-Betrieb“ eines Güterzuges oft zu kompliziert oder unhandlich.
1. Der Name „SLNTHR“
Bevor das Gerät den griffigen Namen FRED erhielt, lief es unter der technischen Bezeichnung SLNTHR. Das stand für:
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Simple
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LocoNet
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THRottle (Handregler)
2. Die Entwickler
Hinter dem Projekt standen maßgeblich Mitglieder der FREMO-Gemeinde, allen voran Martin Pischky und Stefan Bormann die die Software und das grundlegende Design entwickelten.
Das Ziel war ein „Low-Cost“-Gerät, das man als Bausatz für wenige DM (später Euro) selbst zusammenlöten konnte.
3. Technische Merkmale des Ur-Modells
Der erste FRED unterschied sich optisch und funktional kaum von den heutigen Standard-FREDs, legte aber die Basis für das Prinzip „Ein Regler, eine Lok“:
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Keine Adresswahl am Gerät: Die Lokadresse wurde (und wird) dem FRED über eine Zentrale „zugewiesen“. Der Lokführer kann am FRED selbst die Adresse nicht verstellen – ein Geniestreich für den Betrieb auf Modultreffen, da so niemand versehentlich die Lok eines anderen steuern kann.
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Potentiometer: Ein einfacher Drehregler für die Geschwindigkeit.
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Kippschalter/Tasten: Für die Fahrtrichtung und die wichtigsten Funktionen (Licht/F0).
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Microcontroller: Ein kleiner PIC-Chip (meist PIC16F84), der das LocoNet-Protokoll verarbeitete.
Einordnung aus heutiger Sicht
Blickt man heute auf die ersten Platinen und Gehäuse des SLNTHR zurück, wirkt das Gerät fast wie ein Anachronismus:
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Extrem schlicht: Ein kleiner PIC-Microcontroller, ein paar Widerstände und ein Potentiometer.
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Funktional „nackt“: Keine Displays, keine Menüs, keine Möglichkeit, die Lokadresse am Gerät selbst zu ändern.
Doch genau in dieser Reduktion lag der Geniestreich. Was auf den ersten Blick wie ein Mangel an Features wirkte, entpuppte sich als die größte Stärke für den FREMO-Betrieb:
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Keine Ablenkung: Der Lokführer schaut auf den Zug, nicht auf ein Display oder ein Vielzahl von Tasten.
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Maximale Zuverlässigkeit: Wo keine komplexe Menüstruktur ist, kann sich auch niemand „verirren“.
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Betrieblich durchdacht: Das Konzept des „Dispatchings“ (die Zuweisung der Lok durch die Zentrale) verhinderte effektiv, dass sich zwei Regler gegenseitig in die Quere kamen.
Das Erbe des Pioniers
Der SLNTHR war kein technisches Spielzeug, sondern ein Werkzeug. Viele Designentscheidungen modernerer Nachfolger lassen sich direkt auf diesen Urahn zurückführen.
Der UR-FRED lehrte uns, dass im Modellbahnbetrieb „weniger“ oft „mehr Sicherheit“ bedeutet. Der SLNTHR war damit nicht nur der erste seiner Art, sondern das Fundament für die Betriebskultur, die den FREMO bis heute auszeichnet.
Simpel auch die Boards
Die Platinen des SLNTHR war ebenfalls einfach gehalten. Es gab keine SMD-Bauteile und alles konnte per Hand, notfalls auch daheim zusammengelötet werden. Es gab auch einige Basteltreffen, bei denen in einer Art „Fließbandfertigung“ die Platinen Tisch für Tisch weitergegeben wurde und jeder nur einige Bauteile einlötete, dafür aber gefühlte 100 Mal am Tag…..
Fotos: Rüdiger Bäcker
Die Versuchung:
Ein WLAN-FRED im Nostalgie-Style
Irgendwie hat es doch in den Fingern gejuckt und ich konnte es natürlich nicht lassen, einen WLFRED im Style des Ur-FRED zu bauen.
Minimalistisch, wie der Ur-Vater aller FREDs. Nur ein Drehregler zum Fahren, ein Kippschalter für die Fahrtrichtung und die 3 Funktionen F0, F1 und F2.
Dafür gibt es keine Sammelbestellung.
Ein WLFRED im Style des Ur-FRED/SLNTHR.
Foto: Rüdiger Bäcker
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